Der Brutplatz unserer Wanderfalken befindet sich bereits seit 2013 im Sinwellturm der Nürnberger Kaiserburg. Damit Sie das Verhalten der Wanderfalken und deren Brut ganz aus der Nähe und rund um die Uhr beobachten können, ohne die Tiere zu stören, haben wir zwei Webcams installiert. Eine Webcam zeigt den Innenraum des Nistkastens, die andere das an den Nistkasten anschließende Abfluggitter mit Blick über die Stadt Nürnberg.
Melden Sie uns Ihre Beobachtungen direkt unter Sichtungen, gerne mit Screenshot oder Foto. Dort finden Sie auch die aktuellen Meldungen anderer Wanderfalkenfa
ns.
Wir wünschen viel Freude beim Beobachten der Wanderfalken und freuen uns auf Ihre Sichtungsmeldungen!
Grade eben, gegen 14:10 Uhr, kam das zweite Ei zum diesjährigen Gelege dazu. Die Altvögel versuchen nach wie vor den Zeitpunkt des Schlupfes zu synchronisieren und bebrüten die Eier deswegen nicht durchgängig. Ob und wann wohl das dritte Ei kommt?
Das erste Ei ist da! Heute um 6:56 Uhr war es das erste Mal zu sehen. Läuft es bei den Wanderfalken auch dieses Jahr wieder so gut wie in den Jahren davor, so könnten in den nächsten Tagen noch weitere drei Eier folgen. Zu Beginn werden diese jedoch nicht durchgängig bebrütet. Dadurch wird der Zeitpunkt des Schlupfes etwas synchronisiert. Während sich die Eiablage über acht bis neun Tage gestreckt hat, sind die Küken innnerhalb von nur vier Tagen geschlüpft. Sollte das Ei, bzw. die Eier zu Beginn also auch mal unbebrütet sein, so besteht kein Grund zur Sorge. Der Erfolg der Altvögel in den letzten Jahren spricht dafür, dass sie wissen was sie tun. Seien Sie also unbesorgt und freuen sich auf hoffentlich weitere Eier.
Gleich vorweg: eine zuverlässige Vorhersage, wann das erste Ei zu sehen sein wird, gibt es nicht. Dafür haben zu viele Faktoren einen Einfluss auf den Legebeginn, wie beispielsweise das Alter der adulten Vögel, die Bruterfahrung des Paares oder die Witterung. Mit Hilfe der Daten aus den letzten Jahren kann der Zeitraum jedoch ein wenig eingegrenzt werden. Nimmt man als Grundlage den Mittelwert der letzten drei Jahre und die Standardabweichung des gesamten bisherigen Beobachtungszeitraums, so könnte das erste Ei zwischen heute, also dem 20.2. und dem 6.3. zu sehen sein. Ein Hinweis, wie kurz die Eiablage bevorsteht, ist die Aufenthaltsdauer des Weibchens am Horst. Ist sie mehr oder weniger durchgängig da, so steht die Eiablage kurz bevor. Da sich das Weibchen in den letzten Tagen auch häufiger nicht am Brutplatz aufgehalten hat, wird es bis zum ersten Ei wahrscheinlich noch ein wenig dauern. Falls Sie sich die Zeit bis dahin noch etwas vertreiben möchten, testen Sie doch ihr Wissen über Wanderfalken im Wanderfalkenquiz, lernen Sie die weiteren Burgbewohner und ihre Lebensräume kennen, besuchen Sie andere Falkennistplätze in ihrer Umgebung (für Nürnberg eignen sich die Falkentouren in der App natur.digital), oder schauen Sie auf der Kaiserburg vorbei. Vielleicht können Sie die Falken vor Ort beobachten!
In der letzten Zeit häufen sich Beobachtungen von Beuteübergaben. Neben der Bindung der beiden Altvögel aneinander, haben diese auch noch einen praktischen, biologischen Nutzen: Ressourcen für die Eibildung. Diese zusätzlichen Ressourcen werden teilweise in den Schulter- und Beckenknochen des Weibchens eingelagert und bei der Entwicklung der Eier wieder freigesetzt. Etwa 20 bis 26 Stunden dauert die Entstehung von einem Ei im Körperinneren, bis es letztendlich gelegt werden kann. Die bisherigen Beuteübergaben lassen vermuten, dass es auch dieses Jahr wieder zu einer Brut am Sinwellturm kommt. Ob dem auch tatsächlich so ist, bleibt abzuwarten.
Eine Art Lebensraum, den es auf der sonst so vielfältigen Kaiserburg zwar nicht gibt, der jedoch auf größerer Skala von hoher Bedeutung ist, ist das Feuchtgebiet. Auen, Quellen, Sümpfe, Küsten, Bachläufe und Seen gehören zu den vielseitigsten und zugleich gefährdetsten Ökosystemen der Erde. Seit 1970 sind weltweit mindestens 35 % der Feuchtgebiete verschwunden. Dabei haben sie eine Vielzahl wichtiger, ökologischer Funktionen, wie beispielsweise die Bereitstellung von Lebensraum für gefährdete Arten, die Sicherung unseres Trinkwassers , den Schutz vor Hochwasser und die Speicherung von Kohlenstoff. Um den Schutz von Feuchtgebieten auf internationaler Ebene zu stärken, wurde am 2. Februar 1971 in der iranischen Stadt Ramsar von einigen Ländern die internationale Feuchtgebietskonvention (Ramsar-Konvention) unterzeichnet, der sich Deutschland 1976 mit seinem Beitritt angeschlossen hat. Wenn Sie demnächst Zeit für einen Ausflug zu einem See, einer Aue, einem Bach oder einem Moor haben, schauen Sie doch mal, was Ihnen im Vergleich zu der Umgebung auffält. Welche Baumarten gibt es in Gewässernähe? Wie sehen die anderen Pflanzen aus? Fallen Ihnen Insekten auf, die Sie sonst nicht beobachten können? Wie viele und welche Vogelarten können Sie entdecken? Lassen Sie sich von den nassen Flecken der Erde begeistern und lernen Sie deren Ökologie kennen. Viel Spaß!