In der letzten Zeit häufen sich Beobachtungen von Beuteübergaben. Neben der Bindung der beiden Altvögel aneinander, haben diese auch noch einen praktischen, biologischen Nutzen: Ressourcen für die Eibildung. Diese zusätzlichen Ressourcen werden teilweise in den Schulter- und Beckenknochen des Weibchens eingelagert und bei der Entwicklung der Eier wieder freigesetzt. Etwa 20 bis 26 Stunden dauert die Entstehung von einem Ei im Körperinneren, bis es letztendlich gelegt werden kann. Die bisherigen Beuteübergaben lassen vermuten, dass es auch dieses Jahr wieder zu einer Brut am Sinwellturm kommt. Ob dem auch tatsächlich so ist, bleibt abzuwarten.
Eine Art Lebensraum, den es auf der sonst so vielfältigen Kaiserburg zwar nicht gibt, der jedoch auf größerer Skala von hoher Bedeutung ist, ist das Feuchtgebiet. Auen, Quellen, Sümpfe, Küsten, Bachläufe und Seen gehören zu den vielseitigsten und zugleich gefährdetsten Ökosystemen der Erde. Seit 1970 sind weltweit mindestens 35 % der Feuchtgebiete verschwunden. Dabei haben sie eine Vielzahl wichtiger, ökologischer Funktionen, wie beispielsweise die Bereitstellung von Lebensraum für gefährdete Arten, die Sicherung unseres Trinkwassers , den Schutz vor Hochwasser und die Speicherung von Kohlenstoff. Um den Schutz von Feuchtgebieten auf internationaler Ebene zu stärken, wurde am 2. Februar 1971 in der iranischen Stadt Ramsar von einigen Ländern die internationale Feuchtgebietskonvention (Ramsar-Konvention) unterzeichnet, der sich Deutschland 1976 mit seinem Beitritt angeschlossen hat. Wenn Sie demnächst Zeit für einen Ausflug zu einem See, einer Aue, einem Bach oder einem Moor haben, schauen Sie doch mal, was Ihnen im Vergleich zu der Umgebung auffält. Welche Baumarten gibt es in Gewässernähe? Wie sehen die anderen Pflanzen aus? Fallen Ihnen Insekten auf, die Sie sonst nicht beobachten können? Wie viele und welche Vogelarten können Sie entdecken? Lassen Sie sich von den nassen Flecken der Erde begeistern und lernen Sie deren Ökologie kennen. Viel Spaß!
Lust auf Natur? Wie bereits in den Vorjahren, gibt es auch heuer wieder Führungen im Lebensraum Burg. Dieses Jahr können Sie die Artengruppe der Vögel, der Insekten und der Fledermäuse (besser) kennenlernen bzw. an einer Führung für Lehrkräfte und andere Multiplikatorinnen und Multiplikatoren teilnehmen. Die Führungen dauern etwa zwei Stunden und sind auf 20 Personen begrenzt. Weitere Informationen sowie die Anmeldung zu den Führungen finden Sie unter Lebensraum Burg → Termine.
Die Altvögel werden in Abständen weniger Tage immer wieder am Brutplatz gesichtet. Neben Aufenthalten auf dem Anfluggitter oder dem beliebten Platz auf der Kamera, wurden sie auch schon beim 'Mulde drehen', also der Vorbereitung der Brutmulde beobachtet. All das deutet darauf hin, dass es wahrscheinlich auch dieses Jahr wieder zu einer Brut im Dachgeschoss des Sinwellturms kommen wird. Doch die Natur ist nur in gewissem Maße vorhersagbar. Ob tatsächlich wieder Jungvögel schlüpfen, bleibt abzuwarten. Wenn Sie von Wanderfalken nicht genug bekommen können und sich die Zeit bis zum Brutbeginn noch vertreiben möchten, schauen Sie doch mal beim Wanderfalkenquiz vorbei, lernen die weiteren Burgbewohner und ihre Lebensräume kennen oder begeben Sie sich mit natur.digital auf die Suche nach weiteren Wanderfalkennistplätzen in der Nürnberger Umgebung.