Der Brutplatz unserer Wanderfalken befindet sich bereits seit 2013 im Sinwellturm der Nürnberger Kaiserburg. Damit Sie das Verhalten der Wanderfalken und deren Brut ganz aus der Nähe und rund um die Uhr beobachten können, ohne die Tiere zu stören, haben wir zwei Webcams installiert. Eine Webcam zeigt den Innenraum des Nistkastens, die andere das an den Nistkasten anschließende Abfluggitter mit Blick über die Stadt Nürnberg.
Melden Sie uns Ihre Beobachtungen direkt unter Sichtungen, gerne mit Screenshot oder Foto. Dort finden Sie auch die aktuellen Meldungen anderer Wanderfalkenfa
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Wir wünschen viel Freude beim Beobachten der Wanderfalken und freuen uns auf Ihre Sichtungsmeldungen!
Leider ist eine Reperatur der Außenkamera nicht ohne größeren Aufwand möglich. Da im Oktober sowieso der Tausch der Kameras ansteht, bitten wir Sie noch um etwas Geduld. Bis dahin können Sie die verschiedenen Lebensräume der Burg virtuell erleben, ihr Wissen zu Wanderfalken testen, oder sie drehen direkt vor Ort eine kleine Runde über das Burggelände. Viel Spaß!
Seit heute Morgen funktioniert die Außenkamera leider nicht mehr. Auch wenn die Brutsaison schon vorbei ist und die Jungvögel ausgeflogen sind, sind die beiden adulten Wanderfalken immer weider am Horst zu sehen. Ein Neustart der Kameras hat das Problem leider nicht behoben. Deswegen suchen wir derzeit nach einer anderen Lösung. Vielen Dank für Ihre Geduld!
In letzter Zeit gab es immer wieder Sichtungsmeldungen von Interaktionen zwischen einem Terzel und einem beringten Weibchen am Sinwellturm. Bei dem Terzel handelt es sich wahrscheinlich um den von diesem Jahr, das Weibchen mit der Ringnummer R-WR stammt aus dem Gelege von 2020. Heißt das, dass das heuer brütende Weibchen verstorben ist? Möglich, denn obwohl Wanderfalken weit oben im Nahrungsnetz stehen, gibt es doch einige Gefahren denen auch sie nicht gefeit sind. Es kann aber auch sein, dass sie von dem neuen Weibchen vertrieben wurde und sich ein anderes Revier gesucht hat.
Und wie ist das mit Inzucht? Falls seit 2020 kein Wechsel des Terzels tattgefunden hat, was nicht eindeutig festgestellt werden kann, da der Terzel nicht beringt ist, und es tatsächlich zu einer Paarbindung zwischen den beiden beobachteten Wanderfalken kommt, könnte es sich um Inzucht handeln. Aber das kommt bei Wanderfalken immer wieder vor und hat in der Vergangenheit in anderen beobachteten Horsten auch schon zu erfolgreichen Bruten geführt [1]. Zudem kann es sein, dass letztes Jahr einer der Altvögel, möglicherweise der Terzel, gewechselt hat, da das erste Ei deutlich später gelegt wurde als in den Vorjahren (siehe auch Nachricht vom 3.3.2025). Ob das tatsächlich der Fall war, oder ob es der Einfluss der Witterung war, lässt sich nicht mit abschließender Sicherheit sagen. Sicher ist jedoch, dass sich die zwei derzeit am Horst im Sinwellturm beobachteten Wanderfalken immer wieder dort getroffen und Partnerrituale stattgefunden haben. Wozu das führt, bleibt abzuwarten.
Update 27.08.2026: Das vermutlich alte Burgweibchen wurde am 17.8. wieder am Nistplatz gesichtet. Auch einige Partnerrituale sind schon beobachtet worden. Ob alles beim Alten bleibt, wird sich im kommenden Frühjar zeigen.
[1] Rietschel, G. (2015): Drei Wanderfalken Falco peregrinus, ein Horst – Ein ungewöhnlicher Fall von Bigynie. In: Rau, F., R. Lühl & J. Becht (Hrsg.):50 Jahre Schutz von Fels und Falken. Ornithol. Jh. Bad.-Württ. 31 (Sonderband): 129–140. (zuletzt aufgerufen am 5.8.2026)
Während Wanderfalken und andere Vögel in der sommerlichen Hitze hecheln, baden oder ihre Flügel ausbreiten um die überschüssige Wärme loszuwerden, kommen Insekten mit den warmen Temperaturen besser zurecht. Erstmal gilt nämlich: je wärmer, desto besser. Denn bei höheren Temperaturen laufen die Stoffwechselprozesse der Insekten schneller ab, sodass ihnen mehr Energie zur Verfügung steht. Zu heiß darf es allerdings auch nicht sein. Temperaturen über 40 °C sind auch für die meisten unserer heimischen Insekten zu viel. So können beispielsweise Hummeln den Blütenduft nicht mehr so gut wahrnehmen, sodass sie Einbußen bei der Nahrungssuche haben [1]. Darüber hinaus nimmt bei Hummeln und anderen Wildbienen die Fruchtbarkeit der Männchen ab [2,3]. Doch mache Insektenarten haben auch Strategien entwickelt um mit der Hitze umzugehen. So können manche Wespenarten durch das Einbringen von Wasser in das Nest die dortige Temperatur regulieren. Wer Insekten und andere Arten in der heißen Jahreszeit unterstützen möchte, kann das durch die Bereitstellung von Wasser machen. In kurzer Zeit können Sie dann die verschiedensten Arten an der Wasserstelle beobachten. Viel Spaß!
[1] The heat is on: reduced detection of floral scents after heatwaves in bumblebees (Sabine S. NootenHanno KortenThomas SchmittZsolt Kárpáti; Proc Biol Sci 1 August 2024; aufgerufen am 9.7.2026)
[2] Mating under climate change: Impact of simulated heatwaves on the reproduction of model pollinators (Martinet B, Zambra E, Przybyla K, et al. Funct Ecol. 2021; aufgerufen am 9.7.2026)
[3] Lasting impacts of sublethal prepupal heatwaves on fertility-related traits of the solitary bee Osmia bicornis (Smith, Jamie L., Elizabeth J. Duncan, and James DJ Gilbert. Journal of Thermal Biology. 2026; aufgerufen am 9.7.2026)
Derzeit werden beide Altvögel immer wieder dabei beobachtet, wie sie in der Brutmulde scharren und sich hineinlegen. Kommt da etwa noch ein zweites Gelege? Höchst unwahrscheinlich, denn bisher wurden bei Wanderfalken noch keine zwei Gelege in einem Jahr beobachtet. Als partner- und brutplatztreue Vögel dient ihr derzeitiges Verhalten wahrscheinlich der Bindung aneinander und an den Brutplatz. Demenstprechend sollten die Altvöegel auch weiterhin immer wieder am Brutplatz zu sehen sein. Ob dem auch so sein wird, werden die kommenden Monate zeigen.