Der Brutplatz unserer Wanderfalken befindet sich bereits seit 2013 im Sinwellturm der Nürnberger Kaiserburg. Damit Sie das Verhalten der Wanderfalken und deren Brut ganz aus der Nähe und rund um die Uhr beobachten können, ohne die Tiere zu stören, haben wir zwei Webcams installiert. Eine Webcam zeigt den Innenraum des Nistkastens, die andere das an den Nistkasten anschließende Abfluggitter mit Blick über die Stadt Nürnberg.
Melden Sie uns Ihre Beobachtungen direkt unter Sichtungen, gerne mit Screenshot oder Foto. Dort finden Sie auch die aktuellen Meldungen anderer Wanderfalkenfa
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Wir wünschen viel Freude beim Beobachten der Wanderfalken und freuen uns auf Ihre Sichtungsmeldungen!
In letzter Zeit gab es immer wieder Sichtungsmeldungen von Interaktionen zwischen einem Terzel und einem beringten Weibchen am Sinwellturm. Bei dem Terzel handelt es sich wahrscheinlich um den von diesem Jahr, das Weibchen mit der Ringnummer R-WR stammt aus dem Gelege von 2020. Heißt das, dass das heuer brütende Weibchen verstorben ist? Möglich, denn obwohl Wanderfalken weit oben im Nahrungsnetz stehen, gibt es doch einige Gefahren denen auch sie nicht gefeit sind. Es kann aber auch sein, dass sie von dem neuen Weibchen vertrieben wurde und sich ein anderes Revier gesucht hat.
Und wie ist das mit Inzucht? Falls seit 2020 kein Wechsel des Terzels tattgefunden hat, was nicht eindeutig festgestellt werden kann, da der Terzel nicht beringt ist, und es tatsächlich zu einer Paarbindung zwischen den beiden beobachteten Wanderfalken kommt, könnte es sich um Inzucht handeln. Aber das kommt bei Wanderfalken immer wieder vor und hat in der Vergangenheit in anderen beobachteten Horsten auch schon zu erfolgreichen Bruten geführt [1]. Zudem kann es sein, dass letztes Jahr einer der Altvögel, möglicherweise der Terzel, gewechselt hat, da das erste Ei deutlich später gelegt wurde als in den Vorjahren (siehe auch Nachricht vom 3.3.2025). Ob das tatsächlich der Fall war, oder ob es der Einfluss der Witterung war, lässt sich nicht mit abschließender Sicherheit sagen. Sicher ist jedoch, dass sich die zwei derzeit am Horst im Sinwellturm beobachteten Wanderfalken immer wieder dort getroffen und Partnerrituale stattgefunden haben. Wozu das führt, bleibt abzuwarten.
[1] Rietschel, G. (2015): Drei Wanderfalken Falco peregrinus, ein Horst – Ein ungewöhnlicher Fall von Bigynie. In: Rau, F., R. Lühl & J. Becht (Hrsg.):50 Jahre Schutz von Fels und Falken. Ornithol. Jh. Bad.-Württ. 31 (Sonderband): 129–140. (zuletzt aufgerufen am 5.8.2026)
Während Wanderfalken und andere Vögel in der sommerlichen Hitze hecheln, baden oder ihre Flügel ausbreiten um die überschüssige Wärme loszuwerden, kommen Insekten mit den warmen Temperaturen besser zurecht. Erstmal gilt nämlich: je wärmer, desto besser. Denn bei höheren Temperaturen laufen die Stoffwechselprozesse der Insekten schneller ab, sodass ihnen mehr Energie zur Verfügung steht. Zu heiß darf es allerdings auch nicht sein. Temperaturen über 40 °C sind auch für die meisten unserer heimischen Insekten zu viel. So können beispielsweise Hummeln den Blütenduft nicht mehr so gut wahrnehmen, sodass sie Einbußen bei der Nahrungssuche haben [1]. Darüber hinaus nimmt bei Hummeln und anderen Wildbienen die Fruchtbarkeit der Männchen ab [2,3]. Doch mache Insektenarten haben auch Strategien entwickelt um mit der Hitze umzugehen. So können manche Wespenarten durch das Einbringen von Wasser in das Nest die dortige Temperatur regulieren. Wer Insekten und andere Arten in der heißen Jahreszeit unterstützen möchte, kann das durch die Bereitstellung von Wasser machen. In kurzer Zeit können Sie dann die verschiedensten Arten an der Wasserstelle beobachten. Viel Spaß!
[1] The heat is on: reduced detection of floral scents after heatwaves in bumblebees (Sabine S. NootenHanno KortenThomas SchmittZsolt Kárpáti; Proc Biol Sci 1 August 2024; aufgerufen am 9.7.2026)
[2] Mating under climate change: Impact of simulated heatwaves on the reproduction of model pollinators (Martinet B, Zambra E, Przybyla K, et al. Funct Ecol. 2021; aufgerufen am 9.7.2026)
[3] Lasting impacts of sublethal prepupal heatwaves on fertility-related traits of the solitary bee Osmia bicornis (Smith, Jamie L., Elizabeth J. Duncan, and James DJ Gilbert. Journal of Thermal Biology. 2026; aufgerufen am 9.7.2026)
Derzeit werden beide Altvögel immer wieder dabei beobachtet, wie sie in der Brutmulde scharren und sich hineinlegen. Kommt da etwa noch ein zweites Gelege? Höchst unwahrscheinlich, denn bisher wurden bei Wanderfalken noch keine zwei Gelege in einem Jahr beobachtet. Als partner- und brutplatztreue Vögel dient ihr derzeitiges Verhalten wahrscheinlich der Bindung aneinander und an den Brutplatz. Demenstprechend sollten die Altvöegel auch weiterhin immer wieder am Brutplatz zu sehen sein. Ob dem auch so sein wird, werden die kommenden Monate zeigen.
Seit einer Woche sind alle Jungvögel ausgeflogen. Inzwischen sind sie schon fit genug, um wieder in den Horst zurückzukehren. Und auch die Altvögel sind weiterhin am Horst zu beobachten. Aber wie kann man eigentlich Alt- und Jungvögel unterschieden? Für alle, die die Unterschiede selbst herausfinden möchten: vergleichen Sie die Bilder des Jungvogels auf der Mauer auf der Seite Brutplatz Burg (unten im Bilderrondell) mit denen eines Altvogels auf der Seite Merkmale. Finden Sie auf die vier Hauptunterschiede?
Für alle anderen und zur Überprüfung, gibt es folgend die Auflösung:
- Das Gefieder der Jungvögel ist eher bräunlich, das der Altvögel kontrastreich grau und weiß.
- Die Strichelung auf der Brust verläuft bei Jungvögeln senkrecht, bei Altvögeln waagrecht.
- Die Farbe des Schnabels ist bei den Jungvögeln mehr oder weniger einheitlich dunkelbraun/dunkelgrau, während die Schnabelbasis bei den Altvögeln kräftig gelb ist.
- Die Farbe der Krallen ist bei den Jungvögeln weniger intensiv als bei den Altvögeln.
...Tag der biologischen Vielfalt! Vor 33 Jahren wurde das Übereinkommen über die biologische Vielfalt bei der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro offiziell angenommen. Darin geht es unter anderem darum, die biologische Vielfalt zu erhalten und ihre Bestandteile nachhaltig zu nutzen. Denn eine intakte Natur erweist uns Menschen eine Vielzahl von (kostenlosen!) Leistungen. Von der Verwertung von totem organischen Material über die Kontrolle von Schädlingen, die Bereitstellung von Trinkwasser bis zur Bestäubung von Nutz- und Blütenpflanzen, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Wegen dieser Ökosystemleistungen, aber auch, oder vielleicht auch nur wegen ihrer großen Vielfalt, ist die uns umgebende Flora und Fauna schützenswert. Damit der Wille zum Schutz entstehen kann, ist es hilfreich die Natur um sich herum zu kennen. Dieses Kennenlernen geht ganz einfach, entweder direkt heute bei einer der Führungen des Bündnisses für Biodiversität, oder bei einen Spaziergang - zum Beispiel im 'Lebensraum Burg'. Achten Sie dabei doch mal bewusst auf die verschiedenen Lebewesen und Lebensräume um Sie herum. Ist es warm und trocken oder eher kühler? Woran liegt das? Gibt es Pflanzen, die blühen und vielleicht gut riechen? Welche Tiere können Sie hören oder sehen? Nehmen Sie sich ein wenig Zeit und genießen Sie die Natur um sich herum. Sie werden überrascht sein, welche Vielfalt sich ganz in Ihrer Nähe findet. Und vielleicht fühlen Sie sich, was auch verschiedene Quellen belegen, danach etwas entspannter. Viel Spaß und Erholung!
Gesund sein und bleiben (Bundesamt für Naturschutz, zuletzt aufgerufen am 22.5.2026)
Naturerleben und Gesundheit (Herausgeber: Naturfreunde Internationale, zuletzt aufgerufen am 22.5.2026)
Darum wirken Naturgeräusche so entspannend (GEO Magazine, zuletzt aufgerufen am 22.5.2026)