Der Bürgermeistergarten

Der Garten wurde auf dem Wehrgang zwischen Burggarten und Neutor angelegt. Wie der Name schon andeutet: Einst konnte der Bürgermeister das Grundstück mieten und nutzen. Vielleicht hielt er ab und zu inne, um vom Wehrgang aus den schönen Blick über Häuser und Gassengewirr zu genießen. Auch wir blicken von hier aus auf die Fachwerkhäuser der Altstadt und können uns gut das mittelalterliche Nürnberg vorstellen.

Rhododendron, Eibe und Stechpalme verleihen gemeinsam mit den Sandsteinskulpturen dem Bürgermeistergarten eine ganz eigene Atmosphäre.

Werfen Sie doch mal einen Blick auf die gewaltigen Mauern, die Sie umgeben. Ist Ihnen schon der dichte Moosteppich darauf aufgefallen? Er leuchtet in unzähligen Grüntönen. Wenn Sie sich hier im Bürgermeistergarten umsehen, können Sie überall Flechten und Moose entdecken. Auf der Sandsteinmauer des Wehrgangs werden Ihnen außer den Moospolstern die graugrünen, kreisförmig wachsenden Krustenflechten auffallen, die auch die Steinskulpturen überziehen. Diese und alle anderen Flechten sind eine Lebensgemeinschaft aus Pilz und Alge.

Nicht weniger als 57 verschiedene Moosarten – bei den Flechtenarten sind es sogar noch ein Dutzend mehr – haben sich im Lebensraum Burg auf Mauern, Dachziegeln und Pflastersteinen, an Baum­rinden und Holzzäunen, auf Wegen und in Wiesen angesiedelt. Oft bevorzugen Moose schattigere Mauerbereiche, Flechten dagegen trockenere, besonnte Stellen von Mauern und Baumrinden.

Klein und einmalig
In Mauerritzen der Nürnberger Burg wurde im Herbst 2010 erstmalig die kleine, schuppig wachsende Flechte Endocarpon latzelianum (Latzels Lederflechte) entdeckt, eine deutschlandweit vom Aussterben bedrohte und bisher in Bayern nicht nachgewiesene Flechtenart. An den Sandsteinfelsen der Burg ist das geschützte Alpen-Widertonmoos (Polytrichum alpinum) heimisch geworden, das vor allem in den Alpen und höheren Mittel­gebirgen vorkommt.

Übrigens: Im Haus direkt gegenüber hatte einer der berühmtesten Künstler der Renaissance seine Wohn- und Arbeitsstätte – Albrecht Dürer.



Besondere Arten in diesem Lebensraum:


Lichenochora obscuroides



Wo darf es jetzt hingehen?