Die Artenvielfalt im Lebensraum Burg ist ausgesprochen groß. Rund 1800 Arten aus Flora und Fauna wurden hier nachgewiesen. Wir stellen Ihnen hier einige Arten vor, über deren Vorkommen wir uns besonders freuen oder sogar staunen.

 

Flechten

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Allgemein:
Diese kleine schuppig wachsende Flechte war bisher aus Bayern nicht bekannt. Sie ist leicht mit E. psorodeum zu verwechseln, von der in Bayern aber bisher auch nur ein Fundort bekannt geworden ist.

Standort Burg:
In kleinen Beständen an drei Stellen in Mauerritzen.


Allgemeines:
Die Arten der Gattung Peltigera gehören zu den auffälligeren Flechten, die Lager von mehreren Quadratdezimetern bis zu Quadratmetern ausbilden können.

Lebensraum: Peltigera rufescens kommt in mageren kalkbeeinflussten Wiesen und in Kalk-Halbtrockenrasen vor und ist durch Lebensraumverlust in Rückgang begriffen.

Standort Burg:
Auf der Nürnberger Burg fanden sich zwei kleine Bestände auf der Wiese im Zwinger, zusammen mit einzelnen Exemplaren von P. didactyla.




Höhere Pflanzen

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Standort Burg:
Der relativ große Bestand im Burggebiet beschränkt sich bisher auf einen Fundort und wurde evtl. eingeschleppt.


Allgemeines:
Vermutlich stammt die Echte Feige aus Südwestasien. Schon seit der Antike wird die Art im gesamten Mittelmeerraum kultiviert, wo sie auch vielfach in verwilderter Form zu finden ist.

Lebensraum:
Bei uns meist als Kübelpflanze kultiviert, begegnet ihr der aufmerksame Beobachter hin und wieder auch an ganz unerwarteten Orten. Der trockenwarme Standort am Felsen der Burg bietet ihr gute Wachstumsbedingungen und Schutz auch bei niedrigen Temperaturen im Winter.

Standort Burg:
Am Sandsteinfelsen am Ölberg, in ca. acht Meter Höhe auf einem kleinen Vorsprung. Man kann spekulieren, wie die Echte Feige an diesen Standort gekommen ist.


Allgemein
Diese Art ist seit 1980 in Nürnberg bekannt und war im Burggebiet lange Zeit verschollen. Eine Veröffentlichung des Fundortes könnte diesen möglicherweise gefährden, obwohl sich der Bestand 2011 weiter vergrößert hatte.

Standort Burg:
Wird zum Schutz der Pflanze nicht veröffentlicht.


Allgemeines:
Die Gewöhnliche Osterluzei wird bis zu 100 Zentimeter groß. In Europa ist sie weit verbreitet; sie blüht hellgelb zwischen Mai und Juni. Ursprünglich stammt sie aus dem Mittelmeerraum.

Lebensraum:
Die Gewöhnliche Osterluzei bevorzugt warme Standorte wie Weinberge. Im Rheintal, den Kärntner Bergen und dem nördlichen Alpenvorland gilt sie als gefährdet.

Standort Burg:
nicht genannt
 




Moose

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Allgemeines:
Hampes Kleinkopfsprossmoos ist eine schwierig zu unterscheidende Art, weshalb über ihre Gefährdung Unklarheit herrscht.

Standort Burg:
Sie wächst im Untersuchungsgebiet am Sandsteinfelsen unterhalb des Fünfeckturms, Im Jahr 2000 wurde sie auch am Felsen unterhalb der Kemenate (im Zwinger) gefunden.


Allgemeines:
Die zu den Kegelkopfmoosen gehörende Art wurde erst jüngst von Conocephalum conicum abgetrennt. C. salebrosum wächst offenbar an trockeneren Stellen als C. conicum, das die Nähe von Wasser bevorzugt. Wegen der erst kürzlich vorgenommenen Trennung der beiden Arten lassen sich über die Gefährdung keine sicheren Angeben machen. Offenbar ist jedoch C. salebrosum bei uns die häufigere Art und derzeit nicht gefährdet.

Standort Burg:
Im Burggebiet fand sich die Art mehrfach am Fuß schattiger Mauern vorwiegend in nördlicher Exposition, wo sie sowohl an der Sandsteinmauer wie auch auf dem angrenzenden Boden wuchs.


Lebensraum:
In der Gattung Orthotrichum finden sich fels- und rindenbewohnende Arten, von denen vor allem letztere durch die starke Luftverschmutzung in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts stark zurückgedrängt worden waren. Etliche Arten wurden deshalb auf den Roten Listen geführt, darunter auch die an der Nürnberger Burg gefundenen Arten Orthotrichum affine. Mit der Verbesserung der lufthygienischen Situation sind auch die epiphytischen Goldhaar-Moose zurückgekehrt und gelten nun nicht mehr als bedroht. O. affine ist inzwischen eines unserer häufigsten epiphytischen Moose geworden, während O. obtusifolium zwar nicht mehr bedroht, aber im Mittelfränkischen Becken doch nur vereinzelt anzutreffen ist.

Standort Burg:
Nicht definiert


Lebensraum:
In der Gattung Orthotrichum finden sich fels- und rindenbewohnende Arten, von denen vor allem letztere durch die starke Luftverschmutzung in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts stark zurückgedrängt worden waren. Etliche Arten wurden deshalb auf den Roten Listen geführt, darunter auch die an der Nürnberger Burg gefundenen Art Orthotrichum obtusifolium. Mit der Verbesserung der lufthygienischen Situation sind auch die epiphytischen Goldhaar-Moose zurückgekehrt und gelten nun nicht mehr als bedroht. O. affine ist inzwischen eines unserer häufigsten epiphytischen Moose geworden, während O. obtusifolium zwar nicht mehr bedroht, aber im Mittelfränkischen Becken doch nur vereinzelt anzutreffen ist.

Standort Burg:
Nicht definiert


Allgemeines:
Bereits in einer Untersuchung aus dem Jahr 2007 gab es Funde in Mauerritzen der Burgmauer zwischen anderen Moosarten. Die Schilderung stimmt mit dem aktuellen Fundort überein, auch wenn dieser südlich vom Vestnertorgraben liegt. In unserer Probe war die Art ebenfalls mit dem Berg-Zweizeilmoos vergesellschaftet.

Nach neuesten botanischen Erhebungen ist die Art deutschlandweit mit „extrem selten“ einzustufen. Außer den alpinen Funden gibt es nur noch 14 aktuelle Vorkommen in Deutschland.

Standort Burg:
Südlich vom Vestnertorgraben, in Mauerritzen der Burgmauer


Lebensraum:
Das Alpen-Widertonmoos ist in Deutschland eine Art der höheren Mittelgebirge und der Alpen, im Flachland findet es sich nur sehr selten. Der einzige bayerische Fund außerhalb von Rhön, ostbayerischen Grenzgebirgen und Alpen liegt in der Schwarzachschlucht bei Gsteinach.

Standort Burg:
Im Burggebiet konnte ein kleiner Bestand an dem Sandsteinfelsen unterhalb des Fünfeckturms gefunden werden.


Lebensraum:
Das Berg-Zweizeilmoos findet sich in Spalten kalkhaltiger schattiger Felsen, geht aber auch auf Bodensubstrat über. Allgemein zeigt es eine Tendenz zu höheren Lagen, so kommt es in Bayern vor allem in den Alpen, in den ostbayerischen Grenzgebirgen und im Jura vor. Aus dem Mittelfränkischen Becken sind im entsprechenden Atlas nur zwei Fundorte angegeben.

Standort Burg:
Im Burggebiet wurde es am Sandsteinfelsen unterhalb des Fünfeckturms gefunden. Die kleinen Bestände waren in die Rasen anderer Moose eingestreut.


Allgemeines:
Das Breite Wassersackmoos ist ein Lebermoos, das zu kleinen Wassersäcken umgebildete Unterblätter besitzt. Damit kann das Moos ein wenig Feuchtigkeit speichern und so die Austrocknung etwas hinauszuzögern. Die Art war in der Zeit der starken Luftverschmutzung aus den Städten und weiten Teilen der Landschaft verschwunden (damals speicherte sie statt Wasser zerstörerische schwefelige Säure), konnte sich aber in den letzten 20 Jahren wieder so gut erholen, dass sie auf der neuen Roten Liste Deutschlands nicht mehr auftaucht.

Standort Burg:
Im Burggebiet fand sie sich nur einmal an einem Spitzahorn in der Nähe des Vestnertors.


Lebensraum:
Der Gemeine Glockenhut ist ein kalkliebendes Moos erdiger Fels- und Mauerspalten und damit allgemein in den Kalkgebirgen verbreitet, in Bayern vor allem im Jura, in den Alpen und im unterfränkischen Muschelkalkgebiet. Es ist deutlich seltener als das ähnliche, meist mit Brutfäden auftretende E. streptocarpa. Aus dem Mittelfränkischen Becken sind nur wenige Funde bekannt.

Standort Burg:
Im Bereich der Nürnberger Burg fand es sich am Felsen im Zwinger und an einer Mauer im Burggraben unterhalb der Großen Bastei.


Allgemeines:
Das Papillen-Drehzahnmoos hatte in der jüngeren Vergangenheit  stark unter der Luftverschmutzung zu leiden, was zur Aufnahme in die Roten Listen führte. Seitdem die Verwendung von schwefelfreien bzw. -armen Brennstoffen in der Wohnungsheizung und im Straßenverkehr Wirkung zeigen, wird die Art wieder etwas häufiger. Dennoch ist sie in Nordbayern nicht besonders häufig.

Standort Burg: nicht definiert


Lebensraum:
Das Quadratische Preissmoos kommt vor allem in den Kalkgebieten vor, in Bayern vorwiegend im Jura, in den Alpen und im Alpenvorland. Im Mittelfränkischen Becken ist es ausgesprochen selten. Als pionierfreudige Art besiedelt es auch Sekundärstandorte wie feuchte Mauern, an denen durch die Mörtelung ein gewisser Kalkeinfluss herrscht. Dies ist auch ihr Standort an der Nürnberger Burg.

Standort Burg:
Die Art kommt in großen Beständen vor allem an den nordexponierten Mauerfüßen der Burg im Burggraben vom Tiergärtnertor bis zum Vestnertor vor.


Lebensraum:
Das wärmeliebende Schnabeldeckelmoos ist eine Art auf mageren, lückigen Wiesen und kommt hauptsächlich in den Wärmegebieten vor, dringt aber auch in die großen Städte ein. Im entsprechenden Artenatlas aus dem Jahr 2007 wird ein Fund im Quadrant der Kaiserburg genannt.

Standort Burg:
Im Untersuchungsgebiet fand es sich einmal in einem der Schnepperschützengärten.


Lebensraum:
Das Wirtelige Schönastmoos ist eine Charakterart der Kalktuffquellen und als solches kommt es vorwiegend in den Kalkgebieten vor, in Bayern im Jura, in Mainfranken, den Alpen und dem Alpenvorland. Vorkommen im Mittelfränkischen Becken waren bisher unbekannt, die nächstgelegenen Nachweise stammen vom Albtrauf bei Altdorf/Burgthann.

Standort Burg:
Seltener ist es an Sekundärstandorten wie den kalkbeeinflussten feuchten Mauern der Nürnberger Burg (Fuß der Mauer der Bastion am Tiergärtnertor).




Flechtenbewohnende Pilze

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Allgemeines:
Trotz der Häufigkeit seines Wirts, einer bestimmten Flechte, ist dieser Pilz ausgesprochen selten und in Deutschland bisher nur aus Bayern und neuerdings mit einem Fund aus dem Saarland bekannt. Bemerkenswert sind die Sporen mit vier langen, räumlich angeordneten Armen, die die Art unverwechselbar machen.

Lebensraum:
Der flechtenbewohnende Pilz befällt ausschließlich Pflanzenteile von Arten der Gattung Cladonia und bleicht sie aus. Nur durch das Schadbild und kleine schwarze Pünktchen ist er zu entdecken.

Standort Burg: nicht definiert


Allgemeines:
Der weit verbreitete und häufige Pilz befällt Flechten der Familie Physciaceae und der Gattung Xanthoria. Er ist auffällig durch seine leuchtende rosa Färbung.

Standort Burg:
Im Untersuchungsgebiet wurde er mehrfach an der Rinde von Bäumen auf den Flechten Physcia adscendens und Physcia tenella gefunden.


Lebensraum:
Der Pilz befällt Flechten der Familie Physciaceae und fällt durch die Bildung von Gallen auf, in denen sich die Fruchtkörper entwickeln.

Standort Burg:
Er wurde im Untersuchungsgebiet nur einmal gefunden, auf Phaeophyscia orbicularis an Ziegeln am nordöstlichen Eingang zum Bürgermeistergarten.


Lebensraum:
Auf der Flechtenart Endocarpon latzelianum wurde eine Art der Gattung Stigmidium gefunden, die wohl bisher unbeschrieben ist. Die Gattung ist wirtsspezifisch, und eine auf Endocarpon parasitierende Art war bisher noch nicht bekannt. Wegen der Merkmalsarmut bei Stigmidium bedarf es noch weiterer Untersuchungen.

Standort Burg: nicht definiert


Allgemeines:
Dieser flechtenbewohnende Pilz ist in Bayern bisher nur von vier Fundorten bekannt, in Deutschland darüber hinaus nur aus vier weiteren Bundesländern.

Lebensraum:
Er lebt auf (teilweise sehr häufigen) gesteinsbewohnenden Arten der Gattung Lecanora.

Standort Burg:
Im Untersuchungsgebiet wurde er einmal an der Außenmauer des Burggrabens auf Lecanora albescens gefunden.




Artenliste Flora

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Planzen Wiss. Name Name Familie RLD RLB