Fauna – Besondere Arten im Lebensraum Burg

Die Artenvielfalt im Lebensraum Burg ist ausgesprochen groß. Rund 1800 Arten aus Flora und Fauna
wurden hier nachgewiesen. Wir stellen Ihnen hier einige Arten vor, über deren Vorkommen wir uns
besonders freuen oder sogar staunen.

Fledermäuse

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Abendsegler - Nyctalus noctula

Allgemeines:
Der Abendsegler gehört zu den Fledermausarten, die über sehr weite Strecken ziehen.

Lebensraum:
Er ist überwiegend eine Baum bewohnende Fledermausart, die im Gebiet auch gerne Hohlräume hinter Fassaden hoher Gebäude als Winterquartier nützt. Zur Balz besetzen die Männchen Baumhöhlen und locken Weibchen an. Alle Quartiere, auch die Balzhöhlen, haben eine hohe Tradition.

Standort Burg:
Vereinzelt können Abendsegler bei Überflügen und beim Jagen beobachtet werden. Allerdings gibt es wohl keine oder eine sehr geringe Zahl von Quartieren mit wenigen Tieren im Bereich der Kaiserburg. Die registrierten Überflüge und die vereinzelte Jagdaktivität zeigen jedoch, dass die Abendsegler das Gebiet kennen. Die Anbringung von Fledermauskästen könnte dafür sorgen, dass der Abendsegler auf der Kaiserburg heimisch wird.

Abendsegler - Nyctalus noctula

Bartfledermaus - Myotis mystacinus

Allgemeines:
Die Bartfledermaus (früher Kleine Bartfledermaus) ist einer der kleinsten Vertreter aus der Gattung der Mausohren.

Lebensraum:
Die Bartfledermaus ist bezüglich ihrer Lebensweise sehr anpassungsfähig. Stabile Populationen scheinen aber an das Vorhandensein von Waldflächen gebunden zu sein. Die Art bezieht im Sommer überwiegend Spaltquartiere an Bäumen, in Vogelnistkästen und Hausverkleidungen. Den Winter verbringt die Bartfledermaus in unterirdischen Quartieren wie Höhlen und Kellern.

Standort Burg:
Lange Zeit gab es keinen Hinweis auf ein Vorkommen der Bartfledermaus auf der Kaiserburg. Doch im August 2011 gelang je eine Aufnahme einer Rufsequenz beim Bürgermeistersteg (Graben) und im Burggarten bei der Rosenanlage (untere Bastion). Einzelquartiere in Spaltquartieren, etwa hinter Fensterläden, aber auch Wintervorkommen, sind anzunehmen.

Bartfledermaus - Myotis mystacinus

Braunes Langohr - Plecotus auritus

Allgemeines:
Das Braune Langohr ist in Europa flächendeckend verbreitet und gehört hier wohl zu den häufigsten Fledermausarten. Dank der sehr großen Ohren und breiten Flügel ist das Braune Langohr ein sehr geschickter und wendiger Flieger – hilfreich beim Jagen in unterschiedlichen Gebieten. Langohren sammeln auch sitzende Beutetiere etwa von Blättern oder Rinde ab (Jagdtyp des "gleaners").

Lebensraum:
Im Sommer wählen die Tiere Dachböden, aber auch Baumhöhlen und ersatzweise Nistkästen als Quartier. Den Winter verbringen Braune Langohren überwiegend in Höhlen und Kellern.

Standort Burg:
Vermutlich befinden sich die Sommerquartiere und Wochenstuben in höherer Zahl in Baumhöhlen und sind schwer nachzuweisen. Auf dem Gelände der Kaiserburg wurde zuletzt 1998 ein Tier im Winterquartier in den Kasematten gefunden. Augenzeugenberichten zufolge sollen früher auf dem Dachboden des Burgamtmanngebäudes "langohrige Fledermäuse" gewohnt haben. Zudem wurde bestätigt, dass auf dem Boden regelmäßig abgebissene Schmetterlingsflügel gefunden wurden – ein untrüglicher Hinweis auf den Besatz mit Langohren. 2011 konnten Rufe eines wahrscheinlich Braunen Langohrs im Burggarten in der Nähe des Kasematteneingangs aufgezeichnet werden. Man kann davon ausgehen, dass es eine kleine ganzjährige Population auf dem Gelände der Kaiserburg gibt.

Braunes Langohr - Plecotus auritus

Graues Langohr - Plecotus austriacus

Allgemeines:
Das Graue Langohr, 1960 von Bauer als eigenständige Art vom Braunen Langohr unterschieden, wird in Mitteleuropa seltener gefunden als die Schwesterart. Die sehr großen Ohren und die breiten Flügel, die das Graue Langohr zu einem sehr manövrierfähigen Flug befähigt, weisen die Art als strukturnahen Flieger und Jäger aus. Langohren sammeln auch sitzende Beutetiere etwa von Blättern oder Rinde ab (Jagdtyp des „gleaners“).

Lebensraum:
Die gefundenen Sommerquartiere und auch die Wochenstuben befanden sich überwiegend in Dachböden von Kirchen (in Bayern 74%, Meschede & Rudolph 2004), den Winter verbringen die Tiere in Höhlen und Kellern.

Standort Burg:
Vom Grauen Langohr gibt es nur sehr wenige gesicherte Hinweise aus dem Nürnberger Stadtgebiet. Relativ aktuell ist der Fund je eines überwinternden Exemplares in den Kasematten der Kaiserburg (1989 Cordes & Rudolph, 1998 Cordes & Hammer). Darüber hinaus existieren lediglich Hinweise auf Bestände im Keller am Schmausenbuck (Kraus & Gaukler, Tiergarten). Es ist davon auszugehen, dass es auf dem Gelände der Burg eine, wenn auch vermutlich sehr kleine, Winterpopulation des Grauen Langohrs gibt. Im Sommer gelang offenbar noch kein einziger sicherer Nachweis im gesamten Stadtgebiet.

Graues Langohr - Plecotus austriacus

Mückenfledermaus - Pipistrellus pygmaeus

Allgemeines:
Diese kleine Art ist erst seit den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts bekannt. Durch Beringungsstudien unter anderem in Sachsen und Nürnberg gibt es eindeutige Hinweise darauf, dass die Mückenfledermaus Strecken von vielen 100 km wandern kann.

Lebensraum:
Diese kleinste in der Region beheimatete Fledermaus bewohnt im Sommer und auch überwiegend im Winter in erster Linie Spaltquartiere und kleine Höhlen an Gehölzen. Allerdings wird sie, vor allem im Winter, auch in Spalten an Häusern gefunden. Im Nürnberger Stadtgebiet wurden mehrere Winterquartiere sowohl in Gebäuden als auch in Bäumen entdeckt. Zudem wurden Balzquartiere in Vogelkästen und Baumhöhlen gefunden.

Standort Burg:
Indizien weisen darauf hin, dass es auf dem Gelände der Kaiserburg eine Population der Mückenfledermaus gibt. Deutlich ist erkennbar, dass Mückenfledermäuse nur in der Ausflugzeit und kurz danach nachzuweisen waren. Solche Verhältnisse sprechen deutlich für die Nähe eines Zwischenquartiers. Ein Winterquartier wurde noch nicht nachgewiesen.

Mückenfledermaus - Pipistrellus pygmaeus

Rauhautfledermaus - Pipistrellus nathusii

Allgemeines:
Das Balzverhalten ist ähnlich dem des Abendseglers, das heißt, das Männchen besetzt eine Baumhöhle und lockt die Weibchen an. Trotz ihrer geringen Körpergröße legen Rauhautfledermäuse weite Strecken zurück.

Lebensraum:
Diese große Art ist ursprünglich eine reine Waldfledermaus. Ihre Quartiere hat sie in Baumhöhlen und Spaltquartieren (etwa hinter Rinden). Fortpflanzungsquartiere wurden in Bayern auch an Gebäuden hinter Holzverkleidungen gefunden. Im Winter werden die Tiere zuweilen bei Baumfällungen tief im Mulm verkrochen entdeckt. Ein weiteres klassisches Winterquartier sind Brennholzstapel.

Standort Burg:
Aktuell gelangen auf der Kaiserburg fünf Aktivitätsnachweise von Rauhautfledermäusen im Überflug. Die Art befliegt vor allem im Frühherbst die Kaiserburg; es sollten kleine Quartiere und Einzelquartiere der Art in den geeigneten Bäumen zu finden sein. Auch Winterquartiere der Rauhautfledermaus in Baumhöhlungen sind nicht auszuschließen.

Rauhautfledermaus - Pipistrellus nathusii

Zweifarbfledermaus - Vespertilio murinus

Lebensraum:
Die ursprünglich wohl Felsen bewohnende Art hat ihren Verbreitungsschwerpunkt im Osten Bayerns. Dort finden sich auch die Quartiere vorwiegend in Spalten an Gebäudefassaden. Den Winter verbringen die sehr kälteresistenten Fledermäuse in Felsenspalten oder an Gebäuden.

Standort Burg:
Funde zeigen, dass die Zweifarbfledermaus im Winter in Nürnberg nicht selten ist. Überwinternde Einzeltiere und kleine Gruppen sind aber nur durch Zufall zu entdecken. Auf dem Gelände der Kaiserburg wurden zwei Einflüge von Zweifarbfledermäusen in die Jugendherberge Kaiserstallung in der Winterzeit beobachtet. Aktuell gelang die Aufnahme einer Rufsequenz an der nordexponierten Burgmauer. So ist es wahrscheinlich, dass es eine kleine Winterpopulation auf dem Gelände der Kaiserburg gibt.

Zweifarbfledermaus - Vespertilio murinus

Zwergfledermaus - Pipistrellus pipistrellus

Allgemeines:
Die Zwergfledermaus gehört zu den kleinsten und häufigsten Fledermäusen in Europa. Als ursprünglich wohl Felsspalten bewohnende Art hat diese äußerst anpassungsfähige Fledermaus den Lebensraum des Menschen besiedelt. So ist die Zwergfledermaus wohl in jedem Dorf und jeder Stadt zu finden.

Lebensraum:
Im Sommer wird die Zwergfledermaus überwiegend hinter Verkleidungen, Spalten, Fenster- und Türstöcken, an Fassaden und in Lücken an Flachdächern u.ä. gefunden. Auch geht man davon aus, dass die Art nach wie vor auch "natürliche" Spalten in Fels und Holz bewohnt. Im Winter ist die Situation ähnlich. Als Ersatz für tiefe Spalten in Höhlen und oberirdischen Felsformationen wählen die Tiere gerne Keller, oberirdische Gewölbe, Lücken hinter Fassaden und Zwischendecken als Winterquartier. Auch bei der Wahl ihres Jagdhabitats ist die Zwergfledermaus nicht wählerisch. Gerne beutet sie Ansammlungen kleinerer Fluginsekten, etwa unter Straßenbeleuchtungen, aus.

Standort Burg:
Die Zwergfledermaus ist die am häufigsten nachgewiesene Art in Nürnberg. Auf dem Burggelände konnten schon Einzeltiere in der Dämmerung beobachtet werden, was wiederum auf eine geraume Zahl von Einzelquartieren und anderen Kleinquartieren hinweist. Augenzeugen berichteten auch von einem Einflug vieler Zwergfledermäuse an der Himmelsstallung um das Jahr 2007. Auch Funde einzelner Zwergfledermäuse im Winter weisen auf Winterquartiere auf der Kaiserburg in Aushöhlungen und Spalten der Mauern und Fassaden hin. In den Kasematten konnte noch keine Zwergfledermaus gefunden werden.

Zwergfledermaus - Pipistrellus pipistrellus

Insekten

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Adlerfarn-Wurzelbohrer - Pharmacis fusconebulosa (De Geer, 1778)

Ahorn- oder Roßkastanieneule - Acronicta aceris (Linnaeus, 1758)

Asiatischer Marienkäfer - Harmonia axyridis (Pallas, 1773)

Dunkelkäfer - Laemostenus terricola (Herbst, 1783)

Familie Dickkopffliegen - Leopoldius signatus (Wiedemann, 1824)

Familie Zünsler, Wachsmotte - Aphomia zelleri (Joannis, 1932)

Gehörnte Mauerbiene - Osmia cornuta (Latreille, 1805)

Gemeine Sandwespe - Ammophila sabulosa (Linnaeus, 1758)

Gewellter Speckkäfer - Megatoma undata (Linnaeus, 1758)

Große Raubwanze - Reduvius personatus (Linnaeus, 1758)

Roßkastanienminiermotte - Cameraria ohridella Deschka & Dimic, 1986

Staubhaft - Conwentzia psociformis (Curtis, 1834)

Totenkäfer, Totenfreund - Blaps mortisaga (Linnaeus, 1758)

Wimperhornbock - Exocentrus adspersus (Mulsant, 1846)

Vögel

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Mauersegler - Apus apus

Allgemeines:

Mauersegler sind Zugvögel, die in den Sommermonaten, ab Mai bis August, in Deutschland brüten.


Lebensraum:

Diese Vogelart brütet in Felsspalten und Mauernischen. In den vergangenen Jahrhunderten hat sie menschliche Siedlungen erobert und nutzt die Spalten und Nischen an Gebäuden.

Standort Burg:

An der Burg sind Mauersegler sehr gut in der Luft zu beobachten, wenn sie balzen und auf Nahrungssuche sind. Man erkennt sie an ihren typischen zriii-Lauten. Am Fünfeckturm und am Burgamtsmanngebäude wurden spezielle Nistkästen für diese Vogelart installiert.

Mauersegler - Apus apus

Wanderfalke - Falco peregrinus

Allgemeines:

Wanderfalken besiedeln nahezu alle Landschaftstypen, sofern sie ein ausreichendes Angebot an Beutetieren (vor allem mittelgroße Vögel) und Brutmöglichkeiten bieten. Die Population in Nürnberg brütet an Fernsehtürmen, Industrieschloten oder Hochhausfassaden. 

Lebensraum:

Wanderfalken haben das größte Verbreitungsgebiet weltweit und sind auf allen Kontinenten außer der Antarktis anzutreffen. Im größten Teil des Verbreitungsgebietes sind Wanderfalken Felsbrüter. In den letzten Jahren haben sie auch hohe Gebäude in Städten für ihre Brut besiedelt.

Standort Burg:

Ein Nistkasten als Ausgleichsmaßnahme an der Südseite des Sinwell-Turmes ist ein potentieller Brutstandort für Wanderfalken.

Zur Wanderfalken-Live-Kamera

Der Wanderfalke ist ein seltener Brutvogel, Die aktuelle Bestandsschätzung für Bayern liegt bei ca. 210-230 Brutpaaren. Der außeralpine Bestand wird auf > 150 Brutpaare geschätzt. Insgesamt ist der Bestand auch durch die Anstrengungen des seit 1982 laufenden Artenhilfsprogramms angestiegen. (Quelle: Brutvogelatlas 2012)

Wanderfalke - Falco peregrinus

Gesamtartenliste Fauna

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Tiere Wiss. Name Name Familie RLD RLB